Für meine Schwester haben meine Eltern eine Hochzeit organisiert, die so prunkvoll war, dass sie wie aus einer Zeitschrift aussah. Für mich konnten sie sich nicht einmal dazu aufraffen, überhaupt zu erscheinen. Als ich anrief, um zu fragen, wo sie seien, sagten sie mir kalt, ich solle meine Hochzeit mit einem Klempner genießen, weil sie nicht die Absicht hätten, zu einer Verlierer-Zeremonie zu kommen. Ich schickte ihnen ein Foto meines Mannes, und plötzlich riefen sie in völliger Panik zurück…

Sie ging beim dritten Klingeln ran.

„Wo seid ihr?“ fragte ich.

Ich hörte meinen Vater im Hintergrund, noch bevor sie sprach.

Dann kam ihre Stimme kalt und scharf.

„Genieß deine Hochzeit mit einem Klempner. Wir wollen uns nicht blamieren, indem wir zu einer Verlierer-Hochzeit kommen.“

Für einen Moment starrte ich nur auf die Tapete im Flur, blaue und goldene Ranken, die sich über den Stoff zogen.

Dann lachte ich.

Nicht, weil es lustig war.

Sondern weil nach Jahren ihres Snobismus der Moment endlich absurd geworden war.

„In Ordnung“, sagte ich. „Da ihr euch so sehr sorgt, euch zu blamieren, lasse ich euch ein Foto meines Mannes zukommen.“

Ich legte auf, bevor sie antworten konnte.

Zurück in der Suite stand Ethan am Fenster in seinem Smoking und richtete seine Manschettenknöpfe.

Ruhig, breit gebaut, gutaussehend auf diese mühelose Weise, die wohlhabende Männer zu imitieren versuchen und selten erreichen.

Ich machte ein Foto und schickte es beiden.

Dreißig Sekunden später explodierte mein Telefon.

Meine Mutter rief an.

Dann mein Vater.

Dann wieder meine Mutter.

Dann kam eine Nachricht von meinem Vater: Ruf uns sofort an. Was geht hier vor?

Ich sah Ethan an, der eine Augenbraue hob.

Und zum ersten Mal an diesem Tag lächelte ich wirklich.

Sie hatten ihn endlich erkannt.

Ich ließ das Telefon noch dreimal klingeln, bevor ich ranging.

Mein Vater verzichtete auf eine Begrüßung.

„Warum hast du uns ein Foto von ihm geschickt?“

Ich lehnte mich gegen den Schminktisch und sah meiner Trauzeugin Claire zu, die so tat, als würde sie nicht zuhören — während sie offensichtlich zuhörte.

„Weil er mein Mann ist. In ungefähr zwanzig Minuten jedenfalls.“

„Spiel keine Spiele mit mir, Emily“, schnappte mein Vater. „Der Mann auf dem Foto ist Ethan Walker.“

„Ja“, sagte ich. „Das ist sein Name.“

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