Er nahm einen großen Schluck.
— Ich verdiene dieses Haus. Dreißig Jahre habe ich seine Predigten ertragen. Das ist meine Belohnung.
Sie stießen auf ihr neues Glück an, ohne die Blaulichter zu bemerken, die im Fenster aufblitzten.
Zehn Minuten später ertönte ein lautes, mechanisches Bohrgeräusch an der Tür.
Kevin sprang auf und verschüttete seinen Whisky.
— Verdammt!
— Versucht sie, die Tür aufzubrechen? rief Jessica.
— Ich regel das, murmelte Kevin. Er ging auf die Tür zu, bereit, seine zweiundsiebzigjährige Mutter körperlich einzuschüchtern. — Ich habe ihr gesagt, sie soll gehen!
Die Tür flog auf, bevor er sie erreichte.
Es war nicht nur Martha.
In der Diele stand Martha, würdevoll trotz ihrer Erschöpfung. Zu beiden Seiten von ihr standen zwei uniformierte Polizisten und Herr Henderson, der Familienanwalt, mit einer dicken Ledermappe. Der Schlüsseldienst war bereits zur Seite getreten und packte seine Bohrmaschine ein.
— Was soll das hier? brüllte Kevin, sein Gesicht lief rot an. — Sie brechen ein! Raus aus meinem Haus! Das ist mein Haus! Mein Vater hat es mir hinterlassen!
Er zeigte mit zitterndem Finger auf die Polizisten:
— Beamte, schaffen Sie diese Frau hinaus! Sie wohnt hier nicht mehr!
Herr Henderson trat vor. Ein großer Mann mit grauem Haar und Augen, die jede Form menschlicher Gier gesehen hatten. Er betrachtete Kevin mit dem Blick, den man einem Fleck im Teppich zuwirft.
— Herr Kevin, sagte der Anwalt mit ruhiger, bestimmter Stimme, die Kevins Geschrei übertönte, ich rate Ihnen, leiser zu sprechen. Sie stören die Ruhe eines privaten Eigentums.
— Mein Eigentum! schrie Kevin. — Das Haus meines Vaters!
— Nein, sagte Herr Henderson. Er ging zum Esstisch und stellte die Mappe schwer darauf ab. Das Geräusch brachte sofort alle im Raum zum Schweigen.
Die Wahrheit kommt ans Licht
— Sie handeln unter einem schwerwiegenden Irrtum über die Tatsachen, fuhr Herr Henderson fort. Er öffnete die Mappe und zog ein Dokument hervor, eingebunden in blaues juristisches Papier.
— Ihr Vater hat Ihnen dieses Haus nicht hinterlassen, Kevin. Tatsächlich war Ihr Vater zum Zeitpunkt seines Todes nicht Eigentümer dieses Hauses.
Kevin erstarrte.
— Was? Das ist eine Lüge. Er hat es gebaut!
Martha trat vor. Sie sah Kevin nicht an, sondern die Wände ihres Hauses.
— Vor fünf Jahren, erklärte Herr Henderson, während er den Beamten eine Kopie des Grundbuchauszugs zur Prüfung übergab, als bei Arthur erstmals die Herzkrankheit diagnostiziert wurde, kam er in mein Büro. Er war sehr genau. Er machte sich Sorgen um die Zukunft. Besonders um Sie.
— Um mich? flüsterte Kevin.
— Er hat eine Schenkung vorgenommen, sagte Henderson. Vor fünf Jahren übertrug Arthur das Eigentum an diesem Haus, dem Grundstück und all seinen Sparkonten vollständig und ausschließlich auf den Namen von Martha Miller.
Kevin packte das Dokument. Er starrte auf das Datum. Fünf Jahre alt. Notariell beglaubigt. Unanfechtbar.
— Das… das ist gefälscht, murmelte Kevin. — Warum sollte er das tun? Ich bin sein Sohn!
— Weil er dich kannte, sagte Martha leise. Es waren ihre ersten Worte.
Herr Henderson zog einen versiegelten Umschlag aus der Mappe.
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