verheiratete seine Tochter

Die Ironie war ein körperliches Gewicht. Die Familie, die Yusha in den Dreck gejagt, sein Leben zu Asche verbrannt hatte, kauerte nun in einer Kutsche vor seiner Tür und flehte um das Leben ihres Erben.

"Tu es nicht", flüsterte Zainab, als der Bote sich zurückzog, um den Patienten zu holen. "Sie werden dich erkennen. Sie bringen dich zum Galgen, sobald er stabil ist."

"Wenn ich es nicht tue", erwiderte Yusha mit einer scharfen Stimme, "werden sie uns beide jetzt töten. Und mehr noch, Zainab... Ich bin Arzt. Ich kann nicht zulassen, dass ein Mann im Regen verblutet, solange ich die Nadel in der Hand habe."

Sie trugen den jungen Mann herein – einen jungen Mann von kaum neunzehn Jahren, sein Gesicht aschfahl, eine gezackte Splitterwunde von einem Jagdunfall in seinem Oberschenkel. Der Geruch von Gangrän erfüllte den sauberen, kräuterduftenden Raum, ein übles Eindringen der sterbenden Welt.

Yusha arbeitete in einem fieberhaften Trancezustand. Er benutzte nicht die groben Werkzeuge eines Dorfheilers. Er griff in ein verstecktes Fach unter den Dielen und zog eine Samtrolle silberner Instrumente hervor – Skalpelle, die das Feuerlicht mit einem tödlichen Glanz einfingen.

Zainab fungierte als sein Schatten. Sie musste das Blut nicht sehen, um zu wissen, wo sie das Becken halten sollte; Sie folgte dem Geräusch des Tropfens der Flüssigkeit und der Hitze der Infektion. Sie bewegte sich mit einer lautlosen, eindringlichen Präzision und reichte ihm Seidenfäden und gekochtes Wasser, noch bevor er überhaupt fragte.

"Halt die Lampe näher", befahl Yusha, korrigierte sich dann mit einem Anflug von Schuld. "Zainab, ich brauche, dass du dein Gewicht auf seinen Druckpunkt legst. Hier."

Er führte ihre Hand zum Schritt des Jungen, wo die Oberschenkelarterie wie ein gefangener Vogel pochte. Als sie drückte, öffneten sich die Augen des Jungen. Er blickte auf, nicht zum Arzt, sondern zu Zainab.

"Ein Engel", krächzte der Junge, seine Stimme voller Delirium. "Bin ich... im Garten?"

"Du bist in den Händen des Schicksals", antwortete Zainab leise.

Als das erste graue Licht der Morgendämmerung durch die Fensterläden fiel, ließ das Fieber des Jungen nach. Die Wunde war gereinigt, die Arterie mit der Zartheit eines Spitzenmachers genäht. Yusha saß auf einem Stuhl am Kamin, seine Hände zitterten, bedeckt mit dem Blut des Sohnes seines Feindes.

Der Bote, der aus der Ecke zugesehen hatte, trat vor. Er betrachtete die silbernen Instrumente auf dem Tisch, dann Yushas Gesicht, das nun vollständig im Morgenlicht enthüllt war.

"Ich erinnere mich an dich", sagte der Bote. "Ich war ein Junge, als die Tochter des Gouverneurs starb. Ich habe dein Porträt auf dem Marktplatz gesehen. Auf deinen Kopf war ein Kopfgeld geworfen, das fünf Jahre blieb."

Yusha sah nicht auf. "Dann beende es. Ruf die Wachen."

Der Bote blickte auf den schlafenden Jungen – den Erben einer Provinz, gerettet von dem Mann, den sie verurteilt hatten. Er sah zu Zainab, die wie eine Wächterin dastand, ihre blinden Augen auf den Boten gerichtet, als könnte sie den Verfall in seiner Seele erkennen.

"Mein Herr ist ein grausamer Mann", sagte der Bote leise. "Wenn ich ihm sage, wer du bist, wird er dich hinrichten, um seinen eigenen Stolz zu retten. Er kann das Leben seines Sohnes nicht einem 'Mörder' verdanken."

"Warum bleibst du dann?" fragte Zainab.

"Weil der Junge", deutete der Bote auf das Bett, "nicht wie sein Vater ist. Er sprach von 'dem Engel', während er einschlief. Er hat ein Herz, das von der Stadt noch nicht verhärtet wurde."

Der Bote griff nach dem silbernen Skalpell vom Tisch. Er hat es nicht bei Yusha angewendet. Stattdessen ging er zum Feuer und ließ es in die glühenden Kohlen fallen.

"Der Arzt ist tot", sagte der Bote und sah Yusha in die Augen. "Er ist vor Jahren im Feuer gestorben. Dieser Mann ist nur ein Bettler, der Glück mit einer Nadel hatte. Ich werde dem Gouverneur sagen, dass wir einen umherziehenden Mönch gefunden haben. Wir sind bis Mittag fort."

Als die Kutsche schließlich wegfuhr und tiefe Rillen im Schlamm hinterließ, war die Stille, die ins Haus zurückkehrte, anders. Es war nicht mehr die Stille des Friedens; es war die Stille eines Waffenstillstands.

Malik, Zainabs Vater, beobachtete das Verlassen von der Tür des kleinen Schuppens, in dem er nun wohnte. Er hatte das königliche Wappen gesehen. Er hatte die Hände des Arztes gesehen. Er näherte sich dem Haupthaus, sein Gang ein erbärmliches Schlurfen.

"Du hättest verhandeln können", zischte Malik, als er die Veranda erreichte. "Du hättest deine Ländereien zurückfordern können. Für mein Land zurück! Du hast das Leben seines Sohnes in deinen Händen gehalten und ihn umsonst gehen lassen?"

Zainab wandte sich ihrem Vater zu. Sie musste ihn nicht sehen, um die schrumpfende Gier zu spüren, die aus seinen Poren strömte.

"Du verstehst immer noch nicht, Vater", sagte sie, ihre Stimme wie eine kalte Glocke. "Ein Schnäppchen ist das, was man tut, wenn man Dinge wertschätzt. Wir schätzen unser Leben. Heute haben wir unser Schweigen mit einem Leben gekauft. Das ist die einzige Währung, die zählt."

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