So, Anja, sei nicht so geizig, wenn der Sohn verheiratet ist, dann gehört in der Familie alles allen!“
Im Hörer ertönten kurze Besetztzeichen.
Ich starrte auf den dunkel gewordenen Bildschirm meines Telefons und spürte, wie mir eine erstickende Welle schwerer Wut den Hals hinaufstieg.
Mein einziger Lichtblick.
Meine künftige Aufbesserung der Rente, für die ich mir jahrelang sogar Urlaube am Meer versagt hatte.
Und mein Mieter war Viktor Stepanowitsch — ein pensionierter Polizeioberstleutnant, ein Mann strenger Disziplin.
Er war gerade für zehn Tage in ein behördliches Sanatorium gefahren, um seinen Rücken behandeln zu lassen.
Ich wählte sofort die Nummer meines Mannes.
Maxim ging widerwillig ans Telefon, seine Stimme klang schuldbewusst, aber dumpf trotzig.
„Anja, na und?
Mama hat doch recht, wir sind schließlich verwandt.
Sweta wird vorübergehend dort wohnen und sich Arbeit suchen.
Wozu brauchen wir einen fremden Kerl auf unseren Quadratmetern, wenn es der Schwester schlecht geht?“
„Maxim, die Immobilie wurde vor der Ehe gekauft.
Sie gehört mir.
Und dort sind fremde Sachen, eine Kaution!
Ihr seid in fremdes Wohneigentum eingedrungen!“
„Ach, was für Sachen denn, ein paar Hemden im Schrank“, brummte mein Mann.
„Mama hat sie in eine Tasche gepackt und auf den Balkon gestellt.
Mach nicht aus einer Mücke einen Elefanten.
Heute Abend reden wir zu Hause, ich bin müde.“
Reden wollte ich am Abend nicht.
Ich bat meinen Chef um Freistellung und sagte, es sei ein Rohr geplatzt, dann ging ich hinaus auf die Straße.
Die Frühlingsluft kühlte mein brennendes Gesicht ein wenig ab.
Einen Marktskandal zu veranstalten und die Kisten meiner Schwägerin eigenhändig auf den Treppenabsatz zu schleppen, wollte ich nicht — bei solchen Streitigkeiten würde Tamara Wassiljewna mir immer haushoch überlegen sein.
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