Sie hatte stets ihren springenden Blutdruck und den stahlharten Status als Mutter meines Mannes parat.
Ich nahm mein Telefon heraus und suchte die richtige Nummer.
Viktor Stepanowitsch sollte eigentlich noch eine Woche Urlaub haben, aber ein Versuch war es wert.
„Ich höre, Anna Nikolajewna“, erklang ein ruhiger, tiefer Bariton.
„Viktor Stepanowitsch, guten Tag.
Wir haben hier höhere Gewalt“, holte ich tief Luft.
„Meine Verwandten haben Ihre Abwesenheit genutzt, einen Schlosser gerufen, ein anderes Schloss eingesetzt und dort ein Mädchen mit drei Katzen einquartiert.
Ihre Sachen haben sie in Tüten gepackt und auf den Balkon gestellt.“
Am anderen Ende entstand eine lange, schwere Pause.
„Meine Behandlung wurde unterbrochen, man hat mich wegen einer dringenden Angelegenheit ins Präsidium gerufen“, wurde die Stimme des Oberstleutnants eisig.
„Ich fahre gerade in die Stadt ein.
Ich bin in zwei Stunden dort.
Unternehmen Sie nichts, Anna Nikolajewna.
Ich werde das selbst regeln, kommen Sie nur mit den Eigentumsunterlagen dorthin.“
Ich kam frühzeitig bei meinem Haus an.
Ich setzte mich auf eine Bank am Nachbareingang, zog die Kapuze meiner Jacke über und begann zu warten.
Bald glitt das Auto meiner Schwiegermutter elegant in den Hof.
Tamara Wassiljewna flatterte vom Fahrersitz heraus, mit riesigen Tüten aus dem Supermarkt — offenbar hatte sie Swetotschka Proviant zur Einweihung gebracht.
Ihr Gesicht strahlte im Bewusstsein der eigenen Schlauheit und häuslichen Größe.
Pünktlich zur versprochenen Zeit parkte am Bordstein der vertraute dunkelgraue Wagen von Viktor Stepanowitsch.
Er stieg aus: groß, grauhaarig, mit geradem Rücken, in einer soliden Lederjacke.
Und direkt hinter ihm stieg aus einem herangefahrenen Streifenwagen der Revierbeamte aus — ein junger, kräftiger Hauptmann.
Wir begrüßten uns kurz.
Der Oberstleutnant nickte mir zu und deutete mit einem Blick auf die Metalltür des Eingangs, und wir gingen entschlossenen Schrittes hinein.
Wir stiegen in den vierten Stock.
Viktor Stepanowitsch drückte auf den Klingelknopf und ließ ihn einige Sekunden lang nicht los.
Im einzigen Zimmer des Studios begannen Katzen zu miauen, im Flur waren eilige schlurfende Schritte zu hören, der Mechanismus klickte, und die Tür flog auf.
Auf der Schwelle stand Tamara Wassiljewna in einem bunten Hausmantel, von dem Holzpfannenwender in ihrer Hand tropfte Öl.
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