„Du bist verpflichtet, deiner Mutter über jeden Schritt Rechenschaft abzulegen!“, schrie der Ehemann, ohne zu ahnen, dass seine Frau bereits eine Wohnung gemietet hatte und übermorgen umzieht.

„Wo bist du bis acht Uhr herumgelaufen?!

Wie oft habe ich dir gesagt — du sollst um sechs zu Hause sein!“

 

Sweta zog schweigend ihren Mantel aus und hängte ihn an den Haken.

Ihre Hände zitterten, aber sie versuchte, ruhig zu bleiben.

Igor stand mitten im Flur, versperrte den Durchgang, das Gesicht rot vor Wut.

„Hörst du mich überhaupt?

Oder schwebst du schon wieder in deinen Wolken?“

„Ich war in der Poliklinik“, sagte sie leise und zog sich den Schal ab.

„Die Warteschlange war lang.“

„Die Poliklinik schließt um fünf!

Lüg mich nicht an!“

Sweta ging an ihm vorbei in die Küche und schaltete den Wasserkocher ein.

Sie musste ihre Hände mit etwas beschäftigen, um nicht die Beherrschung zu verlieren.

Vor drei Wochen hatte sie eine Anzeige für eine Wohnung am Stadtrand gefunden.

Eine Zweizimmerwohnung in einem Plattenbau-Chruschtschowka, viertausend im Monat, die Vermieterin war eine ältere Frau, die nicht einmal nach dem Ehemann gefragt hatte.

Sweta zahlte die Kaution und den ersten Monat sofort bar.

Das Geld hatte sie ein halbes Jahr lang gespart — sie legte immer ein bisschen vom Lebensmitteleinkauf zurück, bat manchmal ihre Mutter um Geld und log, es sei für Medikamente.

Übermorgen, am Montag, würde Igor für eine Woche auf Dienstreise fahren.

Er arbeitete als Bauleiter auf einer Baustelle und war oft auf verschiedenen Objekten unterwegs.

Sweta hatte bereits alles durchgerechnet:
Am Montagabend würde sie ein Taxi rufen, zwei Koffer packen — nur das Nötigste.

Dokumente, Kleidung, Kosmetiktasche.

Der Rest war nicht wichtig.

„Du bist verpflichtet, deiner Mutter über jeden Schritt Rechenschaft abzulegen!“, schrie Igor und folgte ihr in die Küche.

„Verstehst du?
Sie hat das Recht zu wissen, wo du bist und mit wem!“

Mutter.

Darin lag das ganze Problem.

Nicht einfach eine Mutter — die Schwiegermutter.

Nina Wassiljewna.

Eine Frau, die der Meinung war, ihr Sohn sei König und Gott, und die Frau ihres Sohnes sei eine Dienerin, die man mit eiserner Hand im Griff halten müsse.

Jeden Tag Anrufe, Kontrollen, Verhöre.

„Sweta, hast du Suppe gekocht?

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