Eines Nachmittags auf einer Baustelle am Stadtrand von Paris, als das Sonnenlicht allmählich verblasste, hallten noch immer die Geräusche von Schaufeln, die Beton mischten, und das Klirren von Ziegeln durch die Luft.
Miguel — ein Arbeiter in seinen Dreißigern — wischte sich den Schweiß von der Stirn und setzte sich neben einen Haufen Ziegel. Sein Leben war einfach, fast karg: den ganzen Tag arbeiten, abends in ein kleines gemietetes Zimmer zurückkehren, eine bescheidene Mahlzeit essen und einschlafen, um am nächsten Tag von vorn zu beginnen.
Miguel war in einem Waisenhaus in Paris aufgewachsen. Schon in sehr jungen Jahren wusste er, dass man ihn am Tor zurückgelassen hatte. Er hatte keine Erinnerung an seine Eltern, keine Ahnung von seiner Herkunft. Mit der Zeit hatte er gelernt, keine Fragen zu stellen, als wäre seine Vergangenheit eine verschlossene Tür.
An diesem Tag, als die Arbeiter ihre Werkzeuge wegräumten, näherte sich ein etwa achtjähriger Junge schüchtern dem Baustellentor. Seine Kleidung war schmutzig, seine Schuhe abgetragen, und seine geröteten Augen verrieten, dass er geweint hatte.
„Herr… haben Sie ein Telefon? Ich habe mich verlaufen…“
Miguel zögerte, dann holte er sein altes Handy hervor.
„Kennst du die Nummer?“
Der Junge nickte und sagte sie sorgfältig auf. Miguel wählte und reichte ihm das Telefon. Eine Frauenstimme meldete sich — zuerst zitternd, dann ruhiger, als das Kind sie „Mama“ nannte.
Für einen Moment schien alles stillzustehen.
Miguel nahm das Telefon zurück und erklärte ruhig, wo sich das Kind befand. Etwa dreißig Minuten später hielt ein Auto abrupt am Tor. Ein Paar stürzte heraus. Die Mutter umarmte das Kind fest und weinte, während der Vater Miguel immer wieder dankte.
Sie bestanden darauf, ihn in ein kleines Café in der Nähe einzuladen. Er zögerte, dann nahm er an.
Der Ort war schlicht, mit langsam drehenden Ventilatoren und dem starken Geruch von Kaffee.
Während des Gesprächs fragte die Frau — Elena — sanft:
„Arbeiten Sie schon lange hier? Haben Sie Familie?“
Miguel lächelte schwach.
„Ich bin in einem Waisenhaus aufgewachsen. Ich habe hier keine Familie.“
Es folgte ein Schweigen.
Elena musterte ihn aufmerksam, als würde etwas lange Verdrängtes an die Oberfläche kommen.
„Wie alt sind Sie?“, fragte sie leise.
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