Ich habe zu Ehren meines Vaters ein Kleid aus seinen Hemden für den Abschlussball genäht – meine Klassenkameraden lachten, bis der Direktor das Mikrofon ergriff und es im Raum still wurde.

Mein Vater war der Hausmeister an meiner Schule, und meine Mitschüler machten sich mein ganzes Leben lang über ihn lustig. Als er kurz vor meinem Abschlussball starb, nähte ich mein Kleid aus seinen alten Arbeitshemden, damit ein Teil von ihm bei mir sein konnte. Als ich den Saal betrat, lachten einige. Doch als mein Direktor seine Rede beendet hatte, lachte niemand mehr.

Es waren immer nur wir zwei gewesen – mein Vater und ich. Meine Mutter starb bei meiner Geburt, also machte mein Vater, Johnny, alles allein. Er packte meine Pausenbrote, bevor er zur Arbeit ging, machte jeden Sonntag Pfannkuchen und brachte sich irgendwann in der zweiten Klasse sogar selbst bei, wie man Zöpfe flechtet, indem er YouTube-Videos ansah. Er war auch der Hausmeister an derselben Schule, die ich besuchte – und das bedeutete jahrelang zu hören, was andere darüber dachten.

„Das ist die Tochter vom Hausmeister … ihr Vater putzt unsere Toiletten.“

Ich weinte nie vor ihnen. Das hob ich mir für zu Hause auf.

Mein Vater wusste es trotzdem immer. Beim Abendessen stellte er mir einen Teller hin und sagte:
„Weißt du, was ich von Menschen halte, die sich groß fühlen müssen, indem sie andere klein machen?“

„Was denn?“, fragte ich mit feuchten Augen.

„Nicht viel, Liebling … wirklich nicht viel.“

Und irgendwie fühlte sich danach immer alles ein bisschen leichter an.

Er sagte mir immer, ehrliche Arbeit sei etwas, worauf man stolz sein könne. Ich glaubte ihm. Und irgendwann im zweiten Jahr der Highschool versprach ich mir selbst still: Ich würde ihn so stolz machen, dass all die gemeinen Kommentare irgendwann bedeutungslos wären.

Letztes Jahr bekam mein Vater Krebs. Er arbeitete weiter, solange die Ärzte es erlaubten – eigentlich sogar länger, als sie empfohlen hatten.

Manchmal sah ich ihn nachmittags am Putzschrank lehnen, völlig erschöpft. Sobald er mich bemerkte, richtete er sich auf und lächelte.

„Schau mich nicht so an, Schatz. Mir geht’s gut.“

Aber es ging ihm nicht gut. Das wussten wir beide.

For complete cooking times, go to the next page or click the Open button (>), and don't forget to SHARE with your Facebook friends.