Nachdem ich nach der Scheidung ohne Dach über dem Kopf geblieben war, nahm ich eine Stelle als Pflegerin bei einer sterbenden Witwe an.

„Fragen Sie sie.“

Ich weiß nicht, was an jenem Abend zwischen ihnen geschah — ich lauschte nicht absichtlich, auch wenn die Wände in alten Häusern dünn sind.

Ich hörte Stimmen: die leise, abgehackte Stimme von Nina Borissowna und Antons kurze Antworten.

Dann Stille.

Dann ein Geräusch, das ich zunächst nicht erkannte — und erst nach einigen Sekunden begriff ich, dass es Weinen war.

Männliches, zurückgehaltenes, fast lautloses Weinen.

Ich ging in die Küche und machte Tee.

Anton kam eine Stunde später herunter.

Er setzte sich mir gegenüber an den Tisch.

Ich schob ihm wortlos eine Tasse hin.

„Ich werde ihn morgen anrufen“, sagte er.

„Gut.“

„Sie haben recht.“

Er sagte das ohne Ausdruck, wie eine Tatsache.

„Das ist nicht meine Entscheidung.“

„Sie lieben sie“, sagte ich.

„Deshalb beschützen Sie sie auch.

Das ist verständlich.“

Er sah mich an — und zum ersten Mal lag in seinem Blick keine Musterung.

„Warum sind Sie überhaupt Pflegerin geworden?“ fragte er.

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