„Töchterchen, die Nebenkostenabrechnung ist gekommen“, rief die Mutter an.

Am nächsten Tag fasste Tamara sich ein Herz und rief die ältere Tochter an.

„Ja?“, erklang Darjas ruhige Stimme am anderen Ende.

„Töchterchen, die Nebenkostenabrechnung ist gekommen“, begann Tamara hastig zu reden, damit diese sich nicht gleich auf ihre Beschäftigung berufen konnte.

„Und da ist auch noch die Schuld vom letzten Monat.

Und deinem Vater sind die Medikamente ausgegangen, genau die, die importierten.

Bis zur Rente haben wir nur noch ein paar Groschen übrig.

Überweis uns zehntausend, und wir werden dann später… na ja, das schon irgendwie ausgleichen.“

Darja saß in ihrer eigenen Küche und drehte eine Tasse mit längst kalt gewordenem Kaffee in den Händen.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren spürte sie nicht den gewohnten Stich von Schuld.

„Guten Tag, Mama“, sagte sie ruhig.

„Ich werde nichts mehr bezahlen.“

„Wie bitte?“, Tamara verschluckte fast die Luft.

„Was heißt, du wirst nicht bezahlen?

Wer denn dann?

Sollen dein Vater und ich verhungern?“

„Das gesamte Vermögen, einschließlich des Sommerhauses, das ich von meinen Urlaubsgeldern renoviert habe, habt ihr Weronika überschrieben.“

Am anderen Ende herrschte eine solche Stille, dass Darja dachte, die Verbindung sei abgebrochen.

Man hörte nur das heisere Atmen der Mutter.

„Ich habe oben auf dem Schrank nach meiner Karte gesucht.

Dabei bin ich auf eure blaue Mappe gestoßen“, fuhr Darja fort, ohne die Stimme zu heben.

„Ihr habt alles entschieden.

Weronika ist eure einzige Erbin.

Dann soll sie jetzt auch die Verantwortung für den Unterhalt der Immobilie und für eure Verpflegung übernehmen.

Mein Bankautomat ist für euch geschlossen.

Für immer.“

„Dascha, du… du hast das falsch verstanden!“, brach Tamaras Stimme in Tränen aus.

„Wir wollten doch nur das Beste!

Du bist stark, du hast eine Stellung, aber Nika würde allein zugrunde gehen!

Sie braucht einen Start!“

„Mit einer Dreizimmerwohnung und einem Sommerhaus wird sie ganz sicher nicht zugrunde gehen.

Lernt, von eurer Rente zu leben, Mama.

Alles Gute.“

Darja drückte auf Auflegen.

Die nächsten zwei Monate wurden für die alten Leute zu einer echten Prüfung.

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