„Töchterchen, die Nebenkostenabrechnung ist gekommen“, rief die Mutter an.

Sie mussten zu Fuß in die Bankfilialen laufen, an den Terminals in Warteschlangen stehen und sich die gereizten Seufzer der Kassierer anhören.

Tamara begann, billige lose Nudeln und Hühnerkarkassen für die Suppe zu kaufen.

Weronika kam ein paar Mal vorbei, aber Geld gab sie nicht — sie klagte über die Krise, fehlende Inspiration und teure Materialien für ihre Kreativität.

Im Januar aber ging es Nikolaj plötzlich sehr schlecht.

Starke Atemnot, Blässe, kalter Schweiß.

Der Krankenwagen brachte ihn mit Blaulicht weg.

In der Notaufnahme teilte ein erschöpfter Arzt Tamara mit: Der Zustand sei kritisch, der Organismus völlig erschöpft.

Es sei eine dringende Operation nötig.

Auf einen kostenlosen Platz könne man nicht warten.

Die bezahlte Chirurgie koste viel — für Rentner erschien die Summe geradezu astronomisch.

Mit zitternden Händen auf die Tasten drückend, rief Tamara die jüngere Tochter an.

„Nika, Papa liegt auf der Intensivstation!

Es braucht eine bezahlte Operation, sonst… sonst ist alles aus.

Leih dir Geld von Freunden, nimm einen Kredit auf, ich flehe dich an!“

„Mama, was für ein Kredit?!“, schrie Weronika hysterisch.

„Die Banken geben mir doch nichts, ich arbeite offiziell gar nicht!

Und überhaupt, warum sollte ich mir solche Schulden aufhalsen?

Mein Leben fängt doch gerade erst an!

Ruft Darja an, sie spart doch ständig Geld!“

Tamara saß auf einer harten Bank im Krankenhausflur und drückte ein zerknülltes Taschentuch an ihr Gesicht.

Die Illusionen waren endgültig zerbrochen.

Ihr geliebtes, sensibles Mädchen hatte sie einfach abgeschüttelt wie lästige Fliegen.

Als Darja die verpassten Anrufe ihrer Mutter auf dem Bildschirm sah, wollte sie zunächst nicht zurückrufen.

Doch die kurz darauf eingegangene Nachricht „Vater im Krankenhaus, alles schlimm“ zwang sie, doch die Nummer zu wählen.

Nachdem sie sich den stockenden Bericht der Mutter angehört hatte, schwieg Darja lange.

Die Kränkung war nirgendwohin verschwunden, sie lag wie ein schwerer Stein in ihrem Inneren.

Aber ihren Vater konnte sie nicht im Stich lassen.

Darja überwies die nötige Summe direkt aus der App auf das Konto der Klinik.

Es war das Geld, das sie für die erste Anzahlung auf ihre eigene Hypothek zurückgelegt hatte.

Ein paar Tage später kam sie ins Krankenhaus.

Im Zimmer roch es nach Medikamenten und frischer Wäsche.

Nikolaj lag am Tropf.

Sein Gesicht war eingefallen, aber er atmete ruhig.

Neben ihm saß Tamara.

Als sie die ältere Tochter sah, sprang die Mutter vom Stuhl auf.

For complete cooking times, go to the next page or click the Open button (>), and don't forget to SHARE with your Facebook friends.