Und ein Gedanke erhob sich über all das:
Ich werde morgen auf diese Reise gehen. Aber ich werde nicht sterben.
Bis zum Morgengrauen hatte ich mich entschieden. Ich würde überleben. Ich würde mich selbst schützen. Und ich würde sie bezahlen lassen.
Am nächsten Morgen erkannte ich mich im Badezimmerspiegel kaum wieder. Mein Gesicht wirkte hohl, meine Augen waren geschwollen. Meine Hände zitterten, als ich mein Handy öffnete. Irgendwie hatte ich es in der Panik der Nacht zuvor geschafft, eine Aufnahme zu starten und Javiers Gespräch einzufangen. Ich habe es mir angehört. Jedes Wort war da.
Es war der Beweis.
Ich kopierte das Audio in einen versteckten Ordner, schickte es an meine beste Freundin Sofia und schrieb:
"Bewahre das für mich auf. Es ist dringend. Stellen Sie keine Fragen. Ich rufe dich später an."
Sie antwortete sofort:
"Okay. Ich hab's. Geht es dir gut?"
Ich starrte auf die Nachricht, bevor ich antwortete:
"Fürs Erste."
Ich wusch mir das Gesicht, zog einen cremefarbenen Rollkragenpullover an, von dem Javier einmal sagte, dass er mich zwanzig aussehen ließ, und ging nach unten. Beim Frühstück habe ich mein Essen kaum angerührt. Javier stellte mir einen Teller ab und lächelte.
"Iss gut. Wir haben eine lange Fahrt vor uns."
Alles, woran ich denken konnte, war: Was hast du heute für mich vorbereitet?
Ich wusste nicht, wo er die Beruhigungsmittel versteckt hatte, aber ich versprach mir, nichts von dem zu schlucken, was er mir gab.
Und tatsächlich bot er mir später im Auto zwei unmarkierte Pillen an.
"Wegen Reisekrankheit", sagte er. "Ein befreundeter Arzt hat sie mir gegeben."
Ich tat so, als würde ich zögern.
"Ich nehme sie, wenn wir näher an den Bergen sind."
Er lächelte, aber für einen Moment sah ich etwas in seinen Augen aufblitzen – Ärger, vielleicht Misstrauen.
Die Fahrt ging weiter. Die Sonne ging auf. Die Straße begann zu steigen. Die Bergzeichen tauchten in der Ferne auf.
Dann klingelte mein Telefon.
Meine Schwiegermutter.
Ich nahm ab und schaltete den Lautsprecher ein.
Am anderen Ende schluchzte Carmen.
"Elena, bist du bei Javier? Wo bist du?"
"Wir fahren in die Berge. Warum? Was ist passiert?"
Ihre Stimme brach.
"Das Krankenhaus hat angerufen. Sie sagten, Javier sei in einen Autounfall verwickelt gewesen und sei gestorben. Sie haben mir gesagt, ich soll die Leiche identifizieren. Elena, was ist hier los?"
Meine Hand wurde taub. Neben mir trat Javier auf die Bremse. Das Auto ruckte zum Seitenstreifen. Er schnappte sich mein Handy, blass wie Asche.
"Mama, wovon redest du? Ich bin hier. Ich lebe!"
Aber Carmen weinte weiter und bestand darauf, dass das Krankenhaus seinen Namen und das Kennzeichen eines auf ihn zugelassenen Autos habe.
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