Während er unter der Dusche war, nahm ich ohne nachzudenken das Telefon ab.

„Es ist nicht das, wonach es aussieht“, murmelte er.

Ich ließ ein trockenes, gebrochenes Lachen hören.

„Dieser Satz sollte verboten sein.

Natürlich ist es genau das, wonach es aussieht.

Mein Mann schläft mit meiner Cousine, während er mit mir das morgige Familienessen plant, als wäre ich eine Idiotin.“

Er versuchte, sich zu erklären.

Zuerst sagte er, es sei ein Fehler gewesen.

Dann sagte er, es habe erst vor Kurzem begonnen.

Dann sagte er, er sei verwirrt.

Jeder Satz war schlimmer als der vorherige.

Ich fragte ihn, wie lange schon.

Er zögerte so lange, dass ich die Antwort bereits wusste, bevor er sie aussprach.

Acht Monate.

Acht Monate voller Familienessen, Umarmungen, Fotos, Geburtstagswünsche und Vertrauensversprechen, während sie sich heimlich suchten.

Ich sah ihn an, als wäre er ein Fremder.

„In meinem Haus?

In unserem Bett?“

Er antwortete nicht sofort.

Und dieses Schweigen gab mir die demütigendste Antwort von allen.

Ich sagte ihm, er solle sich anziehen und gehen.

Diesmal widersprach er nicht.

Während er sich anzog, rief Paula an.

Er ignorierte es.

Sie rief erneut an.

Und wieder.

Schließlich nahm ich das Telefon und ging ran.

„Hallo, Paula.“

Die Stille am anderen Ende war so plötzlich, dass ich ihr Entsetzen fast hören konnte.

Dann versuchte sie, sich zu fassen.

„Lucía… ich—“

„Nein“, unterbrach ich sie.

„Du wirst morgen sprechen.

Vor allen.“

Ich legte auf.

Ich würde ihnen nicht den Komfort eines privaten Gesprächs oder die Möglichkeit geben, eine neue Lüge aufzubauen.

Wenn sie mich monatelang heimlich demütigen konnten, würde ich ihr Image keine Sekunde länger schützen.

In dieser Nacht schlief ich kaum.

Ich weinte, ja—aber nicht so viel, wie ich erwartet hatte.

Was ich fühlte, war nicht nur Traurigkeit.

Es war eine brutale Klarheit.

Am Sonntag um elf Uhr würde sich meine Familie im Haus meiner Tante Carmen versammeln, um den Jahrestag meiner Großeltern zu feiern.

Alle würden da sein: meine Eltern, meine Onkel, meine Geschwister, Paula… und bis vor zwei Tagen auch Álvaro.

Ich entschied, dass das Treffen nicht abgesagt würde.

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