— Ich will, dass Oleg die Vermögensaufteilung genau in dieser Form unterschreibt.
Dass er mir die Wohnung als „sauberen Vermögenswert“ überträgt.
Der Anwalt sah mich damals lange an.
— Aber Sie nehmen die Schulden doch auf sich?
— Juristisch — ja.
Aber im Familiengesetzbuch gibt es eine Nuance.
Wenn in einem Vertrag über die Vermögensaufteilung eine Partei eine Belastung absichtlich verschwiegen hat, hat die andere Partei Anspruch auf eine Regressklage.
Nur werde ich keine Klage einreichen.
Ich werde etwas anderes tun.
Ich holte mein Telefon aus der Tasche.
In meiner Kontaktliste stand die Nummer eines Menschen, vor dem Oleg mehr Angst hatte als vor allem anderen auf der Welt.
Seines Hauptinvestors.
Eines Menschen, der „Überraschungen“ in der Biografie seiner Geschäftspartner nicht mochte.
— Hallo, Arkadi Borissowitsch?
Guten Abend.
Hier ist Valentina.
Ja, wir haben uns scheiden lassen.
Nein, alles ist gut.
Ich wollte Sie nur warnen …
Bei unserem gemeinsamen Vermögen sind einige Fragen mit einer Verpfändung aufgetaucht …
Ja, Oleg Nikolajewitsch ist im Bilde.
Er hat alle Verpflichtungen übernommen.
Ich legte das Telefon auf den Tisch.
Oleg dachte, er habe gewonnen.
Er bekam das Geschäft, er bekam das Haus, er bekam die Kinder.
Aber er bekam auch einen beschädigten Ruf vor einem Investor, der finanzielle Machenschaften hinter seinem Rücken nicht verzeiht.
Inga, seine treue Verbündete, wird nun von ihm Geld verlangen, weil die Bank zuerst zu ihr kommen wird.
Und Oleg wird als Mitkreditnehmer zahlen müssen, damit seine eigenen Konten nicht mitten in seinem neuen Geschäft blockiert werden.
Das ist ein Pyrrhussieg.
Wenn du auf einem Schlachtfeld stehst, das mit den Trümmern deines Lebens übersät ist, und in den Händen eine Trophäe hältst, die schwerer ist, als du tragen kannst.
Es klingelte an der Tür.
Es war Inga.
Sie stürmte in die Wohnung, mit gerötetem Gesicht, in einem teuren Mantel, den sie ganz offensichtlich von ebendiesen „Resten von Mamas Ersparnissen“ gekauft hatte.
— Du! — sie zeigte mit dem Finger auf mich.
— Was hast du getan?!
Mich hat gerade die Bank angerufen!
Sie sagten, die Registrierung des Geschäfts sei wegen irgendeiner Gegenmitteilung ausgesetzt worden!
— Hallo, Inga, — ich stand nicht einmal vom Hocker auf.
— Komm rein, Tee biete ich dir nicht an, Wasser auch nicht — es wurde wegen der Schulden abgestellt.
— Du wusstest es?!
Du wusstest alles von der Verpfändung?!
Oleg sagte, du seist dumm, du würdest nichts merken, bis die Unterlagen im Archiv verschwinden!
— Oleg sagt vieles, Inga.
Zum Beispiel hat er gesagt, dass er mich liebt.
Und dir hat er vermutlich auch gesagt, dass er dir helfen werde, aus den Krediten herauszukommen.
Nur steht in dem Vertrag, den er heute unterschrieben hat, nicht einfach, dass er „mir die Wohnung überträgt“.
Er bestätigt darin, dass die Wohnung zum Zeitpunkt des Geschäfts frei von Rechten Dritter war.
Und da das eine Lüge ist — und ich die Beweise für die gefälschte Unterschrift in den Händen habe — wird die Bank jetzt nicht mit mir reden.
Und nicht einmal mit dir.
Sie wird mit Oleg sprechen, als dem Garanten für die Sauberkeit des Geschäfts.
Inga sank auf den Boden.
Direkt auf das schmutzige Linoleum.
Ihr teurer Mantel wischte den Staub von Jahrzehnten auf.
— Er bringt mich um …
Er hat doch alles auf dieses neue Projekt gesetzt.
Wenn Arkadi davon erfährt …
— Arkadi weiß es bereits, Inga.
Ich habe ihn vor zehn Minuten angerufen.
Inga sah mich mit einem solchen Entsetzen an, als wäre ich nicht ihre Schwester, sondern irgendein urzeitliches Ungeheuer, das aus den Tiefen der Kläranlagen hervorgekrochen war.
— Du bist doch … du bist doch selbst schuld!
Du warst immer so korrekt, so langweilig!
Du hast Mama gezwungen, an allem zu sparen, du hast jeden Kopeken gezählt!
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