Die Schwiegermutter wechselte die Schlösser in meinem Studio-Apartment und ließ ihre Tochter einziehen.

Zwei Stunden später kam mein Mieter an.

Als die Schwiegermutter ihn sah, versagten ihr die Beine.

 

„Anja, komm bloß nicht auf die Idee, einen Skandal zu machen, Maxim und ich haben schon alles entschieden“, klang die Stimme meiner Schwiegermutter im Telefonhörer ungewohnt munter, ja sogar triumphierend.

„Swetotschka hat es gerade schwer, ihr ist schon wieder dieser Verehrer davongelaufen, und sie kann die Wohnung nicht bezahlen.

Also habe ich sie in dein Studio-Apartment umquartiert.

Der Schlosser hat die Tür bereits geöffnet und einen neuen Schließzylinder eingesetzt.“

Nicht sofort begriff ich den Sinn ihrer Worte.

Welches Apartment?

Etwa jenes kleine Studio am Stadtrand, das ich noch vor der Ehe gekauft hatte, indem ich all meine Ersparnisse und das bescheidene Erbe meiner Großmutter hineingesteckt hatte?

„Tamara Wassiljewna, sind Sie noch bei Verstand?“, versuchte ich leise zu sprechen, damit die Kollegen im Büro sich nicht nach mir umdrehten.

„Dort wohnt übrigens ein Mensch.

Die Wohnung ist offiziell vermietet.“

„Ach, hör doch auf!“, winkte meine Schwiegermutter ab, als würden wir über einen alten Pullover sprechen.

„Was für ein Mensch denn?

Ich habe eine Woche lang beobachtet, abends brannte kein Licht, niemand kam heraus.

Die Quadratmeter stehen leer, während sich die eigene Schwägerin in fremden Ecken herumtreiben muss.

Deinem Mieter sagst du einfach, dass sich die Umstände geändert haben.

Sweta richtet sich mit ihren Kätzchen schon ein.

So, Anja, sei nicht so geizig, wenn dein Sohn verheiratet ist, dann gehört in der Familie doch alles allen!“

Im Hörer ertönten kurze Besetztzeichen.

Ich starrte auf den dunkel gewordenen Bildschirm meines Telefons und fühlte, wie mir eine erstickende Welle schweren Zorns in den Hals stieg.

Mein einziger Lichtblick.

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