Die Schwiegermutter wechselte die Schlösser in meinem Studio-Apartment und ließ ihre Tochter einziehen.

„Und ich habe Sie nicht hereingebeten.

Ich gebe Ihnen genau fünfzehn Minuten zum Packen.

Danach wird Viktor Stepanowitsch überprüfen, ob seine Sachen unversehrt sind.

Wenn sein Laptop auch nur einen Kratzer bekommen hat, fahren Sie beide aufs Revier und geben eine Aussage ab.“

Man hätte sehen sollen, wie panisch Sweta durch das Studio flatterte.

Die Katzen flogen mit kosmischer Geschwindigkeit in Plastiktransportboxen und jaulten dabei herzzerreißend.

In der Eile verschüttete meine Schwägerin Trockenfutter auf den Linoleumboden, begann es mit zitternden Händen hektisch aufzusammeln und verschmierte sich dabei die Wimperntusche über die vollen Wangen.

Tamara Wassiljewna versuchte, irgendwen anzurufen, doch ihre Finger zitterten so stark, dass ihr das Telefon auf den Boden fiel.

„Die Zeit läuft, Bürgerinnen“, sprach der Oberstleutnant jedes Wort wie ein Kommando und blickte dabei auf seine Armbanduhr.

„Die Tüten mit meinen Sachen vom Balkon hereintragen und ordentlich an ihren Platz stellen.

Und keine abrupten Bewegungen.“

Zwanzig Minuten später war der Treppenabsatz mit Bündeln, karierten Taschen und Katzenhäuschen übersät.

Sweta schleppte laut schluchzend einen riesigen schweren Koffer die Treppe hinunter.

Tamara Wassiljewna kam als Letzte heraus, schwer atmend.

Als sie auf der Straße ankam, blieb meine Schwiegermutter plötzlich stehen.

Sie versuchte, etwas wütend herauszuschreien, doch aus ihrer Kehle kam nur ein gepresstes heiseres Geräusch.

Ihre Augen huschten hin und her, sie wollte einen Schritt auf mich zumachen, doch ihre Knie gaben plötzlich verräterisch nach.

Das war nicht ihr übliches Schauspiel für die Öffentlichkeit — vor Schreck wegen des Bezirksbeamten und der unausweichlichen Blamage vor dem ganzen Hof gehorchte ihr Körper einfach nicht mehr.

Sie sackte schwer auf die Holzbank nieder, massierte ihre tauben Oberschenkel und schnappte nach Luft.

Eine echte Panikattacke.

Sweta begann in den Tüten mit Lebensmitteln zu wühlen, die ihre Mutter kurz zuvor aus dem Laden mitgebracht hatte, zog eine Flasche Mineralwasser heraus und fing an, Tamara Wassiljewna zu trinken zu geben, wobei sie auf die ganze Straße hinaus über die herzlose Schwiegertochter jammerte.

Der Bezirksbeamte schüttelte nur den Kopf und ging zum Streifenwagen zurück.

Viktor Stepanowitsch rief sofort einen ihm bekannten Handwerker an, damit dieser dringend kam und einen neuen, zuverlässigen Schließzylinder einbaute, dessen Schlüssel nur er und ich haben würden.

Die Schwiegermutter und ihre Tochter saßen noch immer am Eingang, bis schließlich ein von irgendwelchen Bekannten gerufener Kleintransporter sie abholte.

Am Abend stürmte mein Mann mit völlig runden Augen nach Hause.

Schon an der Tür begann er zu schreien und mit den Armen zu fuchteln.

„Anja, hast du völlig den Verstand verloren?!

Das ist doch nur Beton!

Wegen deiner Quadratmeter bist du bereit, meine Mutter ins Grab zu bringen und die Familie zu zerstören?!

Ihr sind vor lauter Nerven die Beine weggebrochen!

Normale Ehefrauen machen so etwas nicht!“

Ich hörte mir diese eindringliche Rede an und sah ihm ins hochrote Gesicht.

In diesem Moment wurde mir kristallklar, dass mit diesem Menschen kein Staat zu machen war.

Er hielt mich aufrichtig für schuldig an ihrem Verbrechen.

Schweigend zog ich vom Zwischengeschoss eine große Reisetasche hervor und öffnete die Schranktür.

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