Sie löschte alles.
Sie schrieb dem Schönheitssalon, in dem sie arbeitete:
„Ich komme am Montag zur Schicht.
Alles ist in Ordnung.“
Die Leiterin antwortete:
„Okay.
Wir warten.“
Am Samstag ging Sweta zum Standesamt und reichte den Scheidungsantrag ein.
Das Verfahren dauerte zwanzig Minuten.
Die Frau hinter der Scheibe nahm die Dokumente gleichgültig entgegen und setzte einen Termin für die Anhörung in einem Monat fest.
„Wird Ihr Ehemann anwesend sein?“, fragte sie.
„Ich weiß es nicht“, antwortete Sweta.
„Ich werde ihn benachrichtigen.“
Als sie das Standesamt verließ, spürte sie, wie eine Last von ihren Schultern fiel.
Offiziell.
Juristisch.
Sie trennte dieses Band.
Für immer.
Am Abend rief die Mutter an.
„Sweta, lass uns treffen.
Und in Ruhe reden.“
Sie trafen sich in einem Café auf neutralem Boden.
Die Mutter sah müde und besorgt aus.
„Sweta, begreifst du eigentlich, was du getan hast?
Igor ruft jeden Tag an.
Seine Mutter war bei mir und hat eine Szene gemacht.“
„Dann sollen sie nicht anrufen.“
„Du bist verheiratet!
Man kann nicht einfach so gehen!“
„Doch, Mama.
Man kann.
Und ich bin gegangen.“
Die Mutter seufzte und rieb sich die Schläfen.
„Was hat er dir angetan?“
Sweta sah sie lange an.
„Er hat mich nicht geschlagen, falls du das meinst.
Aber er hat mich zerstört.
Jeden Tag ein kleines bisschen.
Er hat mich kontrolliert, erniedrigt, unter Druck gesetzt.
Ich konnte neben ihm nicht atmen.
Und seine Mutter… sie ist noch schlimmer.“
„Aber ihr hättet doch reden und alles lösen können…“
„Mama, mit ihm kann man nicht reden.
Er hört nicht zu.
Er fordert nur.“
Die Mutter schwieg und sah in ihre Kaffeetasse.
„Bist du sicher, dass du das Richtige tust?“
„Ja, das bin ich.“
Sie saßen noch eine halbe Stunde dort und redeten fast nicht.
Als sie sich verabschiedeten, umarmte die Mutter sie fest.
„Pass auf dich auf, mein Kind.
Wenn etwas ist — ruf an.“
Sweta nickte und ging zur Metro.
Vor ihr lag ein neues Leben.
Ohne Igor, ohne Nina Wassiljewna, ohne Lidija.
Nur sie selbst und die Stille, die sie nicht mehr erdrückte, sondern befreite.
Sie ging durch die abendliche Stadt und lächelte zum ersten Mal seit drei Jahren.
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