Eine alte Zweizimmerwohnung im dritten Stock mit Blick auf ein Industriegebiet.
Die Schwiegermutter hatte damals gesagt:
„Wohnt erst einmal hier und spart für eure eigene Wohnung.“
Sweta hatte zugestimmt — sie dachte, höchstens für ein Jahr.
Aber es vergingen zwei, und nichts änderte sich.
Igor versuchte nicht einmal, eine Wohnung zu suchen.
Für ihn war es bequem — die Mutter war in der Nähe, kontrollierte die Ehefrau, und er wusste immer Bescheid.
„Mutter hat angerufen“, sagte Igor und kaute auf dem Hähnchen.
„Sie sagte, du warst gestern unverschämt zu ihr.“
„Ich war nicht unverschämt.“
„Sie sagt, du hast einfach aufgelegt.“
„Ich habe nicht aufgelegt.
Ich habe mich nur verabschiedet und aufgelegt.“
„Lüg nicht!
Mutter lügt nicht!“
Sweta schenkte sich Tee ein und setzte sich ihm gegenüber.
Sie musste durchhalten.
Noch zwei Tage.
Nur zwei Tage, dann würde sie frei sein.
Die Wohnung in der Sawodskaja-Straße wartete schon auf sie.
Die Vermieterin hatte ihr vor einer Woche die Schlüssel gegeben — Sweta war hingefahren und hatte sie besichtigt.
Leere Zimmer, altes Linoleum, abgenutzte Tapeten.
Aber es würde ihr Raum sein.
Nur ihrer.
„Hör mal, warum fährst du so oft in die Poliklinik?“, fragte Igor plötzlich und legte die Gabel hin.
„Ist etwas passiert?“
„Ich habe einfach Untersuchungen machen lassen.“
„Was für Untersuchungen?“
„Normale.
Analysen, Hausarzt.“
Igor kniff die Augen zusammen und sah sie prüfend an.
„Du verheimlichst etwas.“
„Nein.“
„Doch, das tust du.
Ich sehe es.
Deine Augen huschen hin und her.“
Sweta hob den Blick und sah ihm direkt ins Gesicht.
„Ich verheimliche nichts.“
Die Spannung zwischen ihnen wuchs wie eine Feder vor dem Abschuss.
Igor stand langsam vom Tisch auf und ging zum Fenster.
„Mutter sagte, sie habe dich am Mittwoch beim Einkaufszentrum gesehen“, sagte er.
„Mit irgendeiner Frau.
Wer war das?“
Sweta erstarrte.
Mittwoch.
Am Mittwoch hatte sie sich mit der Vermieterin der Wohnung getroffen und ihr die Kaution gegeben.
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