**„Fahr morgen nicht zu deiner Schwiegermutter ins Dorf“, sagte die alte Frau.**

**Die Ehefrau blieb zu Hause, und am Nachmittag rief der Straßendienst bei ihr an.**

Die Türen des Vorortbusses schlugen mit einem metallischen Knall direkt vor Oksanas Gesicht zu.

 

Sie schaffte es noch, mit der Handfläche gegen die schmutzige Scheibe zu schlagen, aber der Fahrer riss das Lenkrad herum, ohne in den Spiegel zu sehen.

Der Bus hüllte ihre Beine in bläulich graue Dieselabgase und rollte schwerfällig in Richtung Bahnübergang davon.

Oksana blieb auf dem rissigen Asphalt stehen.

Auf der Uhr war es zweiundzwanzig Uhr fünfzehn.

Die nächste Fahrt ging erst am Morgen.

Sie rieb sich kräftig über die gefrorenen Wangen.

Die Schicht in der Bäckerei war heute schwer gewesen: Die Knetmaschine war kaputtgegangen, und sie hatten die Hälfte der Menge von Hand kneten müssen.

Ihr Rücken fühlte sich an, als würde er auseinanderbrechen, und nun auch noch dieser verpasste Bus.

Bis nach Hause waren es fünf Kilometer durch das Industriegebiet und einen Privatsektor.

Für ein Taxi tat ihr das Geld wahnsinnig leid, besonders vor dem Wochenende.

Sie zog die Jacke enger um sich und war schon vom Bordstein heruntergetreten, als hinter ihr ein trockenes Knacken von reißendem Plastik zu hören war.

Oksana drehte sich um.

Unter dem matten Dach der Haltestelle rollten direkt in eine Pfütze große Kartoffeln.

Daneben stand eine kleine, dürre Frau in einer weiten grauen Daunenjacke und einem dunklen Kopftuch.

Verwirrt blickte sie auf die gerissenen Henkel einer karierten Tragetasche.

„Ach, was soll man denn da machen …“, murmelte die Frau.

Ihre Stimme war unerwartet fest, ganz ohne das zittrige Alte-Leute-Krächzen.

Oksana schloss die Augen.

Zu Hause wartete Denis auf sie, der es hasste, wenn sie sich verspätete.

Außerdem warteten die ungewaschene Arbeitskleidung und die nicht gepackte Tasche für die morgige Fahrt.

Aber sie konnte sich nicht umdrehen und in die Dunkelheit davongehen.

„Lassen Sie mich helfen“, sagte Oksana und ging in die Hocke, um die schmutzigen Kartoffeln in den noch intakten Teil der Tasche zu sammeln.

„Wie haben Sie das überhaupt hochgehoben?“

„Das wiegt doch zwanzig Kilo.“

„Die eigene Last zieht einen nicht nach unten, mein Liebes“, sagte die Frau und griff die Tasche am Boden.

„Aber das Problem ist, dass das Material heutzutage verrottet ist.“

„Es hat nicht gehalten.“

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