Dieses Gespräch wurde zum Punkt ohne Wiederkehr, doch die Wurzeln des Problems reichten viel tiefer, in die schwarze Erde jenes Dorfes, in dem das solide Backsteinhaus von Maxims Eltern stand.
Maxim arbeitete als Brandschutzinspektor.
Seine Arbeit bestand darin, Räume zu betreten, Verstöße zu suchen, abgelaufene Feuerlöscher, blockierte Notausgänge, und Anordnungen auszustellen.
Er konnte Gefahr dort erkennen, wo andere nur einen Haufen alter Möbel oder eine mit Ölfarbe überstrichene Tür sahen.
Doch wie das bei Fachleuten oft der Fall ist, blieb „der Schuster ohne Schuhe“.
Die Gefahr in der eigenen Familie hatte er übersehen oder vielmehr bewusst nicht wahrhaben wollen, in der Hoffnung, dass alles schon gutgehen würde.
Nina dagegen stammte aus einer anderen Welt.
Die Abteilung zur Kontrolle des Drogenhandels ist kein Ort für Sentimentalität.
Sie beschäftigte sich mit Analysen, verfolgte Lieferketten, verglich Fakten miteinander.
Sie musste nicht mit der Pistole durch Drogenhöhlen rennen, ihre Waffen waren Logik und die Fähigkeit, die Struktur einer Lüge zu erkennen.
Und die Lüge in den Worten ihrer Schwiegermutter, Tamara Pawlowna, spürte sie meilenweit, so wie ein Diensthund verbotene Stoffe im doppelten Boden eines Koffers wahrnimmt.
Die Wohnung, in der sie lebten — eben jene Zweizimmerwohnung in einem Schlafviertel — gehörte formal Tamara Pawlowna.
Maxims Vater, Onkel Wiktor, wie Nina ihn nannte, war ein sanfter, fleißiger und unendlich müder Mensch.
Sein ganzes Leben hatte er darauf verwendet, im Dorf ein Haus zu bauen, „das Familiennest“, wie er gern sagte.
Die Wohnung in der Stadt hatte er noch zu Sowjetzeiten vom Betrieb bekommen, privatisiert, aber er wollte dort nicht leben.
Es zog ihn zur Erde.
Vor fünf Jahren, als Maxim und Nina heirateten, überreichte Onkel Wiktor seinem Sohn die Schlüssel mit den Worten: „Lebt hier, mein Sohn.
Deine Mutter und ich haben dort nichts verloren, wir gehören an die frische Luft.“
Er starb vor einem halben Jahr.
Herzversagen.
Er fiel einfach im Gemüsegarten um, den Stiel der Schaufel noch in der Hand.
Die Ärzte sagten: Verschleiß.
Nina jedoch war überzeugt, dass ihn nicht die Arbeit zugrunde gerichtet hatte, sondern das ständige, monotone, zermürbende Nörgeln seiner Frau.
Tamara Pawlowna war eine massige, laute und herrische Frau.
Sie sprach nicht, sie verkündete.
Sie bat nicht, sie verlangte.
Nach dem Tod ihres Mannes blieb sie allein in dem Haus zurück.
Nina und Maxim kamen an den Wochenenden, halfen ihr und brachten Lebensmittel mit.
Es schien, als habe sich das Leben eingependelt.
Und jetzt — dieser Anruf.
— Hör zu, Max, — Nina stand auf und trat ans Fenster.
Über der Stadt verdichtete sich bereits die Dämmerung.
— Wir haben gerade erst das Kinderzimmer fertig gemacht.
For complete cooking times, go to the next page or click the Open button (>), and don't forget to SHARE with your Facebook friends.