Mein Mann verkündete vor 18 Kollegen, dass ich aus dem Familienunternehmen entlassen sei.

Ich nickte.

Meinen Anteil hatte ich schon vor drei Monaten auf meine Mutter überschrieben.

 

— Sie sind entlassen, Alla Nikolajewna.

Mit sofortiger Wirkung.

Geben Sie Ihren Ausweis ab und räumen Sie Ihr Büro bis zum Ende des Arbeitstages.

Alexejs Stimme klang im leeren Konferenzsaal von „Sewer-Logistik“ überraschend hell, fast festlich.

Ich saß ihm gegenüber und sah, wie an seinem Hals eine Ader zuckte — ein feiner, krampfhafter Rhythmus, der seine Angst verriet.

Er hatte diesen Satz geübt.

Vielleicht vor dem Badezimmerspiegel, während er sich die Zähne putzte, oder im Auto, als er im Stau auf der Neftejugansker Chaussee stand.

Im Saal saßen achtzehn Menschen.

Der ganze harte Kern der Firma.

Fünfzehn Männer in teuren, aber langweiligen grauen Anzügen und drei Frauen, die sofort auf ihre Tablets starrten, als wären dort plötzlich Baupläne der ägyptischen Pyramiden aufgetaucht.

Achtzehn Zeugen meiner öffentlichen Kreuzigung.

Auf dem Tisch vor Alexej stand ein Glas Wasser.

Darin war eine einzelne Luftblase erstarrt, die am Glas klebte.

Der Luftbefeuchter in der Ecke zischte und stieß einen Strahl kalten Dampfes aus, und dieses Geräusch erschien mir in der toten Stille wie das Kreischen einer Säge auf Metall.

Es roch nach überhitztem Plastik, Ozon und dem scharfen Eau de Cologne von jemandem mit Tabaknoten.

Ich machte mir nicht die Mühe, mein Haar zu richten oder meine Haltung zu verändern.

Ich sah einfach auf meine Hände.

Meine Finger lagen auf dem polierten Holz des Tisches wie fremde.

Vor drei Monaten wäre ich vermutlich explodiert.

Ich hätte angefangen zu schreien, dass „Sewer-Logistik“ vor zehn Jahren aus einem gemieteten Hangar und zwei löchrigen KamAZ-Lkw bestanden hatte.

Dass ich im Büro auf einem Klappbett geschlafen hatte, als wir den ersten ernsthaften Vertrag in Nojabrsk durchboxten.

Dass ich persönlich jede Schraube und jeden Lieferschein überprüft hatte, während er „Verbindungen knüpfte“ — in Saunen mit den richtigen Leuten.

Doch jetzt nickte ich einfach nur.

— Ich habe Sie verstanden, Alexej Wiktorowitsch.

Ist die Anordnung schon fertig?

Er blinzelte.

Er hatte eine andere Reaktion erwartet.

Er wollte sehen, wie ich zusammenbreche, wie ich anfange, mich zu rechtfertigen, oder — was sein Ego noch mehr erfreut hätte — an unsere „gemeinsame Geschichte“ appelliere.

Aber ich war leer.

— Die Anordnung ist unterschrieben.

Dein Exemplar liegt bei der Sekretärin, — wechselte er augenblicklich zum Du und zog die Grenze.

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