Mein Mann verkündete vor 18 Kollegen, dass ich aus dem Familienunternehmen entlassen sei.

Du bekommst gar nichts, hörst du?

— Wirst du nicht, — ich trat an den Tisch und legte die Dokumente vor ihn hin.

— Diese Aktien habe ich noch zwei Jahre vor unserem Gang zum Standesamt im Tauschvertrag von meinem Vater bekommen.

Das ist mein persönliches, voreheliches Eigentum, Lescha.

Ich hätte es sogar einem Tierheim für herrenlose Hunde schenken dürfen.

Aber ich habe Mama gewählt.

Im Saal hing eine Pause in der Luft.

Achtzehn Augenpaare sahen jetzt Alexej an.

Doch in diesen Blicken lag kein Mitgefühl.

Darin war jene spezifische, räuberische Neugier, mit der Menschen den Sturz eines Kolosses beobachten.

— Und noch etwas, — ich zog den zweiten Stapel Papiere hervor.

— Hier sind Kopien deiner Verträge mit der „Omega-Gruppe“.

Und die Kontoauszüge von Irina Wadimowna.

Unsere Investoren werden sehr überrascht sein, wenn sie erfahren, wohin das Geld aus dem Reservefonds geflossen ist.

Ich denke, auch das Ermittlungskomitee wird sich für diese Konstruktionen interessieren.

Alexej zuckte zusammen, seine Hand griff nach der Wasserkaraffe, doch seine Finger glitten ab.

Sein geschniegelt gepflegtes, stets glatt rasiertes Gesicht lief dunkelrot an.

— Du… du wirst das nicht tun.

Wir haben doch… das ist doch das Lebenswerk…

— Das ist nicht mehr dein Werk, — schnitt ich ihm das Wort ab.

— Das ist Eigentum meiner Mutter.

Und ich bin hier die Vertreterin der Eigentümerin.

Und meine erste Verfügung ist die sofortige Suspendierung des Generaldirektors wegen festgestellter Korruptionshandlungen und Vertrauensverlust.

Ich sah die Kollegen an.

— Wer ist dafür, den Sicherheitsdienst zu holen und Alexej Wiktorowitsch zum Ausgang zu geleiten?

Als Erste hob Swetlana aus der Rechtsabteilung die Hand.

Genau die, die gestern ihre Nägel betrachtet hatte.

Dann Igor.

Zehn Sekunden später waren im Saal achtzehn Hände erhoben.

Der kollektive Überlebensinstinkt funktionierte tadellos.

Alexej ging auf unschöne Weise.

Er schrie etwas von „Dankbarkeit“, versuchte Boris seinen Laptop aus den Händen zu reißen, doch zwei Sicherheitskräfte, die über das interne Telefon gerufen worden waren, nahmen ihn höflich, aber bestimmt unter die Arme.

Genau dieselben Kerle, die er gestern noch für seine persönliche Garde gehalten hatte.

Als die Tür hinter ihm ins Schloss fiel, wurde es im Saal sehr still.

Meine Mutter seufzte und nahm die Brille ab.

— Ganz schön laut, dieser Mann, Allotschka.

Ganz wie sein Vater.

Der stampfte auch gern mit den Füßen, wenn ihm die Argumente ausgingen.

Hast du Tee?

Von euren Intrigen ist mir ganz trocken im Hals geworden.

Ich ging zum Luftbefeuchter und schaltete ihn aus.

Die Stille wurde natürlich.

Auf meinem Tisch stand noch immer der Kaktus.

Ich strich mit dem Finger über seine Stacheln — ein kaum spürbarer Stich als Bestätigung, dass das alles kein Traum war.

Ich setzte mich in den Sessel am Kopfende des Tisches.

Er war unbequem, zu massiv und roch nach seinem Eau de Cologne.

Egal.

Morgen wird hier anderes Mobiliar stehen.

Und andere Menschen.

Draußen wirbelte noch immer der graue Surguter Schnee.

Doch jetzt erschien er mir nicht mehr als Vorbote des Unheils.

Es war einfach Schnee.

Gewöhnliches Wetter in einer gewöhnlichen Stadt, in der ich endlich wieder frei atmen konnte.

— Lena, — rief ich auf den Flur hinaus.

— Bring uns Tee.

Und ruf die Reinigungsfirma an.

Hier muss alles gelüftet und gewaschen werden.

Mit Chlor.

Alexej hatte seinen Füller auf dem Tisch liegen lassen — einen teuren, mit goldener Feder, mit dem er meine Entlassungsanordnung unterschrieben hatte.

Ich nahm ihn mit zwei Fingern und warf ihn, ohne hinzusehen, in den Papierkorb.

Das Geräusch von Metall auf Plastik war der beste Punkt unter diesem Kapitel.

Es gab keine Feier.

Es gab nur kalte, klare Gewissheit.

Wie nach starkem Frost, wenn der Himmel so tief wird, dass man darin versinken kann.

For complete cooking times, go to the next page or click the Open button (>), and don't forget to SHARE with your Facebook friends.