Mein Mann verkündete vor 18 Kollegen, dass ich aus dem Familienunternehmen entlassen sei.

Ich fuhr in ein kleines Geschäftszentrum im Industriegebiet, wo mich in einem bescheidenen Büro im vierten Stock unser Anwalt Boris und meine Mutter erwarteten.

— Sind alle Unterlagen fertig? — ich warf die Autoschlüssel auf den Tisch.

— Der Auszug aus dem Einheitlichen Staatsregister juristischer Personen wurde heute um 15:00 Uhr ausgestellt, — Boris schob mir ein Blatt hin.

— Der Eigentümerwechsel ist offiziell registriert.

Valentina Sergejewna ist jetzt Eigentümerin der Hälfte der Firma.

Mehr noch: Laut Ihrer Satzung müssen bei jeder Veränderung in der Zusammensetzung der Anteilseigner die Befugnisse des Generaldirektors innerhalb von drei Werktagen auf einer außerordentlichen Versammlung bestätigt werden.

Alexej Wiktorowitsch hat natürlich nichts bestätigen lassen.

Er hält sich selbst für das Gesetz.

Ich sah auf die Uhr.

18:40 Uhr.

Jetzt saß er wahrscheinlich im „Grand-Café“ mit Irina, bestellte teuren Wein und feierte seinen „Sieg“ über die „alte Nervensäge“.

Oder er saß in meinem Büro und rückte die Möbel nach seinem Geschmack zurecht.

— Morgen früh gehen wir hin, — sagte ich zu meiner Mutter.

— Ich habe mein Kostüm schon ausgesucht, — antwortete sie ernst.

— Genau das dunkelblaue, in dem ich vor dreißig Jahren ins Ministerium gegangen bin.

Ich werde mir die Lippen schminken, und dann gehen wir.

Es ist Zeit, diesem Jungen in Erinnerung zu rufen, wer hier die Herrin ist.

Um neun Uhr morgens empfing uns Surgut mit einem eisigen Wind, der den Mantel bis auf die Haut durchbohrte.

Wir betraten das Gebäude von „Sewer-Logistik“ zu dritt: ich, meine Mutter und Boris.

Walera am Empfang des Sicherheitsdienstes fuhr hoch, seine Hand griff zum Funkgerät, doch Boris legte schweigend eine beglaubigte Kopie des Auszugs und die Mitteilung auf den Tresen.

— Wir müssen zum Generaldirektor.

Im Recht des Mehrheitsgesellschafters.

Lassen Sie uns durch, oder in fünf Minuten steht hier eine Polizeistreife.

Walera las das Papier, blinzelte mehrmals und ließ den Blick vom Dokument zu mir wandern.

Ich nickte einfach nur.

Das Drehkreuz klickte und gab den Weg frei.

Im Konferenzsaal waren wieder Menschen.

Alexej hatte sie zu einer „Planungssitzung im neuen Format“ versammelt.

Er saß am Kopf des Tisches, lümmelte in seinem Stuhl und redete irgendetwas über „Unternehmenswerte“.

Als die Tür aufschwang und wir hereinkamen, bekam sein Gesicht die Farbe von nasser Kreide.

— Alla?

Ich habe mich gestern wohl klar genug ausgedrückt.

Sicherheit! — er drückte auf den Knopf der Sprechanlage, doch als Antwort war nur ein Zischen zu hören.

— Setz dich, Aljoscha, — meine Mutter ging zum Tisch und setzte sich ihm direkt gegenüber.

— Setz dich und schweig.

Du hast immer zu viel geredet.

Boris öffnete die Mappe.

Im Saal breitete sich eine Stille von solcher Spannung aus, dass es schien, als würde die Luft jeden Moment vor statischer Elektrizität knistern.

— Alexej Wiktorowitsch, ich teile Ihnen mit, dass die gestrige Entlassungsanordnung gegenüber Alla Nikolajewna rechtlich nichtig ist.

Sie waren nicht befugt, Personalentscheidungen dieser Ebene ohne Zustimmung der neuen Mitgesellschafterin zu treffen.

Und jetzt kommt der interessanteste Teil.

Auf Initiative von Valentina Sergejewna wurde eine vollständige Wirtschaftsprüfung der Tätigkeit des Unternehmens für die letzten drei Jahre eingeleitet.

Alexej versuchte zu lachen, doch heraus kam nur irgendein trockenes, krächzendes Geräusch.

— Welche Mitgesellschafterin?

Mama Walja?

Alla hat dir den Anteil geschenkt?

Das ist gemeinschaftlich erworbenes Vermögen!

Ich fechte das im Handumdrehen an!

For complete cooking times, go to the next page or click the Open button (>), and don't forget to SHARE with your Facebook friends.