Sie nannte ihn eine „leere Blüte“.
Als ich ihr den Schenkungsvertrag für meinen Anteil an „Sewer-Logistik“ hinlegte, fragte sie nicht einmal „warum“.
Sie setzte einfach ihre alte Brille mit dem gesprungenen Bügel auf, las jedes Wort aufmerksam und unterschrieb.
Meinen Firmenanteil — genau jene fünfzig Prozent, die ich noch vor der Ehe von meinem Vater geerbt hatte — überschrieb ich auf sie.
Rechtlich war das mein persönliches Eigentum, das nicht zur Aufteilung gehörte.
Doch Alexej hatte das erfolgreich vergessen.
Er war daran gewöhnt, alles als seins zu betrachten: das Büro, die Autos und mich.
— Bist du sicher, Allotschka? — fragte sie und faltete das Papier sorgfältig zusammen.
— Ich bin sicher, Mama.
Bald beginnt der Sturm.
Ich muss, dass du in einem sicheren Hafen bist.
Ich kannte seine Psychologie bis ins kleinste Detail.
Alexej handelt immer nach demselben Schema: Territorium erobern, Zeugen loswerden, Triumph.
Er hatte mein Projekt zur Erweiterung des Logistikhubs in Pangody gestohlen, an dem ich ein halbes Jahr gearbeitet hatte.
Im Februar hatte er es auf dem Investorenrat als sein eigenes ausgegeben und freie Hand erhalten.
Ich sah, wie er strahlte, als er die Glückwünsche entgegennahm.
Damals lächelte ich einfach nur und bestellte eine zweite Portion Kaffee.
Rechnungen.
Quittungen.
Das war das Demütigendste.
Alexej hielt sich für ein Genie der Konspiration, bewahrte die Belege aus teuren Restaurants und Boutiquen aber in der Schublade seines Schreibtisches auf, unter alten Ersatzteilkatalogen für MAN-Zugmaschinen vergraben.
„Abendessen für zwei im Grand-Café — 18.000 Rubel“, „Halskette mit Topas — 94.000 Rubel“.
An diesen Tagen rief er mich an und erzählte mir mit müder Stimme, wie sehr er auf einer Baustelle in Ljantor fror.
Jetzt, als ich den Laptop in meine Tasche packte, spürte ich eine seltsame, fast beängstigende Leichtigkeit.
Als hätte jemand aus dem schweren Rucksack, den ich die letzten Jahre den Berg hinaufgeschleppt hatte, plötzlich alle Steine ausgeschüttet.
Es klopfte an die Tür meines ehemaligen Büros.
Es war Lena, meine Assistentin.
Das Mädchen, dem ich beigebracht hatte, Leasing von Kredit zu unterscheiden.
Ihre Lippen zitterten, und ihre Augen waren gerötet.
— Alla Nikolajewna, wie kann das sein?
Sie haben doch… Sie haben das alles getragen.
Wie konnten sie nur?
— Weine nicht, Lena.
Das ist nur Arbeit.
Geh und mach den Bericht über Treib- und Schmierstoffe fertig.
Bald wird alles an seinen Platz kommen.
Ich verließ das Büro punktgenau um 17:00 Uhr.
Mein magnetischer Ausweis antwortete am Drehkreuz mit einem kurzen, widerlichen Piepton.
Der Sicherheitsdienst hatte schnell reagiert.
Alexej hatte sich nicht zu schade gewesen, die Sperrtaste persönlich zu drücken.
Der Wachmann Walera, der mir jeden Morgen einen guten Tag wünschte und mir Bonbons anbot, wandte den Blick schuldbewusst zum Fenster ab, hinter dem ein schmutziger Bus vorbeifuhr.
— Entschuldigen Sie, Alla Nikolajewna.
Anordnung von oben.
— Alles in Ordnung, Walera.
Schönen Dienst noch.
Ich setzte mich ins Auto und fuhr nicht in unsere gemeinsame Wohnung.
Dort warteten sicher schon im Voraus gepackte Müllsäcke mit meinen Sachen oder einfach neue Schlösser.
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