Nachdem ich nach der Scheidung ohne Dach über dem Kopf geblieben war, nahm ich eine Stelle als Pflegerin bei einer sterbenden Witwe an.

Aber innen hatte sich etwas verschoben.

Michail und Nina Borissowna sprachen stundenlang — über das, worüber sie zwanzig Jahre lang geschwiegen hatten.

Ich hörte manchmal Bruchstücke: Lachen, manchmal Weinen, manchmal lange stille Pausen, in die wahrscheinlich mehr hineinpasste als in Worte.

Michail erwies sich als überraschender Mensch — ruhig, aufmerksam, mit einem feinen Humor, der an den unerwartetsten Stellen zum Vorschein kam.

Er half mir mit Nina Borissowna — nicht wie eine Pflegerin, sondern wie ein Sohn: Er richtete die Kissen so, wie sie es mochte, las ihr auf Französisch vor, brachte aus dem Garten die letzten Herbstblumen.

Mit Anton sprach er wenig.

Aber schon ohne jene eisige Höflichkeit der ersten Tage.

Eines Abends ging ich in den Garten hinaus und fand beide dort — sie saßen auf der Bank unter der Tanne und schwiegen.

Sie schwiegen einfach nebeneinander.

Ich kehrte leise ins Haus zurück.

„Marina“, rief mich Nina Borissowna eines Abends — in jener besonderen Stunde, wenn es schon dunkel ist, aber noch nicht ganz Nacht.

Ich ging hinein, rückte die Decke zurecht und setzte mich neben sie.

„Erzählen Sie mir von Ihrem Mann“, sagte sie.

„Warum?“

„Sie wissen viel über mich.

Ich möchte über Sie wissen.“

Ich schwieg einen Moment.

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