Der Plan wurde übererfüllt!
Nur die ganze Differenz wandert auf die Konten der Firma ,Vektor-Plus‘.
Ich habe nicht einmal Geld, um meinem Sohn Winterstiefel zu kaufen, und er lächelt nur und sagt, wir hätten uns schlecht angestrengt.“
„Und was ist das für eine Firma, Daschenka?“ fragte Antonina sanft.
„Angeblich ein Lieferant für Ersatzteile für Lastwagen.
Aber Onkel Mischa, der Vorarbeiter der Fahrer, war gestern fast schneeweiß vor Schreck.
Bei der Abfahrt haben die Bremsen versagt.
Er hat nur durch ein Wunder einen Unfall auf der Straße vermieden und ist in eine Schneewehe geraten.
Die Fahrzeuge fallen auseinander.
Und Stanislaw Jurjewitsch lacht nur: ,Wenn es dir nicht passt, draußen vor dem Tor steht schon die nächste Schlange.‘“
Daschas Worte bestätigten sich schon am nächsten Tag.
Onkel Mischa kam selbst ins Archiv hinunter.
Ein grauhaariger, gebeugter Mann mit tiefen Falten und Händen, in die sich das Maschinenöl eingefressen hatte.
Er suchte alte Reparaturanträge, um zu beweisen, dass er schon vor zwei Monaten um Bremsbeläge gebeten hatte.
„Verstehst du, Tochter“, sagte er zu Antonina und stützte sich schwer auf die Tischkante.
„Ich sitze seit dreißig Jahren am Steuer.
Und jetzt zwingen sie mich, mit verrottetem Eisen auf Tour zu gehen.
Ich habe dem Direktor alles ins Gesicht gesagt, und er hält mir einfach ein leeres Blatt hin: Schreib deine Kündigung auf eigenen Wunsch.
Wohin soll ich in meinem Alter noch gehen?“
Antonina hörte ihm zu, und vor Empörung zitterte sie regelrecht.
Nachts, wenn das Gebäude leer wurde, schaltete Ilja einen Teil der Kameras aus, und Antonina schlich sich in die Büros der Vorgesetzten.
Sie fotografierte die doppelte Buchführung, Verträge mit Briefkastenfirmen und Anordnungen über unbegründete Kürzungen von Auszahlungen.
Das ganze Bild wurde klar.
Der regionale Kurator Waleri hatte ein perfektes Netz gesponnen.
Die Gelder, die für die Entwicklung der Filiale und die Reparatur der Fahrzeuge bestimmt waren, landeten auf den Konten seiner Vertrauten.
Und damit Moskau keinen Verdacht schöpfte, führten sie eine doppelte Buchhaltung.
Und dann kam die Auflösung.
Freitag, später Abend.
Antonina saß im Pausenraum und studierte die Originale der Frachtpapiere, die Stanislaw aus Unachtsamkeit auf dem Tisch der Sekretärin liegen gelassen hatte.
Sie war so vertieft in den Abgleich der Zahlen, dass sie die schweren Schritte nicht hörte.
Die Tür flog auf.
In der Tür stand Stanislaw.
„Was machst du hier?“ presste er hervor, als er die blaue Mappe in ihren Händen bemerkte.
„Leg sie sofort auf den Tisch!“
„Ich bringe nur Ordnung hinein, Stanislaw Jurjewitsch“, antwortete Antonina ruhig.
„Ich habe diese Unterlagen gefunden.
Sagen Sie, warum steht hier der Einkauf neuer Motoren, wenn die Mechaniker seit einem Monat wenigstens um Ölfilter bitten?“
Der Direktor war verblüfft.
Irgendeine Archivarin wagte es, von ihm Rechenschaft zu verlangen?
Er blickte sich um, griff nach der Kanne mit altem, längst sauer gewordenem Kaffee, den jemand schon am Mittwoch stehen gelassen hatte, und schleuderte den Inhalt mit einer heftigen Bewegung direkt über Antonina.
Die klebrige Brühe tropfte von ihrem Pullover, und Stanislaw lächelte triumphierend.
„Pack deine Papiere zusammen und verschwinde!“ wiederholte er.
Die Tür zum Raum öffnete sich.
Auf der Schwelle erschien Ilja.
In Arbeitskleidung wirkte er beeindruckend.
„Oh, der Retter ist gekommen“, grinste Stanislaw.
„Nimm diese Verrückte mit und wirf sie auf die Straße.“
Doch Ilja trat direkt auf Antonina zu und reichte ihr ein sauberes Taschentuch.
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