**„Wir kommen mit der ganzen Familie zu dir auf Pfannkuchen, und kauf auch roten Kaviar, ohne essen wir nicht“, erklärte die Schwägerin.**

Die Gäste, die gewohnt waren, dass sich bei Nina der Tisch unter Schinken, Braten und Salaten bog, kauten traurig auf Pfannkuchen mit Kohl und Marmelade herum.

Das Kristall-Kaviarschälchen war trotz Ninas Bemühungen, den Genuss hinauszuzögern, nach zwei Minuten leer.

— Vielleicht Tee? — schlug Kostja vor und versuchte, die Stimmung zu entspannen.

— Ja, — brummte Larissa.

— Wenigstens trinken wir Tee.

— Oh, und zum Tee habe ich eine Überraschung! — Nina klatschte in die Hände.

— Ich habe euren Lieblingskuchen gebacken!

Die Augen der Neffen leuchteten hoffnungsvoll auf.

— Mit Hähnchen? — fragte Anton.

— Mit Fisch? — fragte Vitalik.

— Mit Äpfeln! — verkündete Nina feierlich und stellte eine Charlotte auf den Tisch.

— Seit dem Herbst sind auf dem Balkon noch Unmengen Äpfel übrig.

Die Ernte muss doch gerettet werden.

Larissa legte die Gabel hin.

In ihrem Blick lag eine Mischung aus Gekränktheit und Bewunderung für die Raffinesse der Gastgeberin.

— Danke, Nina, — sagte sie giftig.

— Das ist ein sehr… sehr diätischer Tisch geworden.

Fast wie in einem Sanatorium für Magengeschwürpatienten.

— Gesundheit geht vor! — hob Nina belehrend den Finger.

— Du siehst doch selbst, wie das Leben geworden ist.

Alles wird teurer.

Die Nebenkosten sind gestiegen, die Fahrpreise auch.

Da muss man Prioritäten setzen.

Du hast dir Kaviar gewünscht, Larissa — ich habe mich dafür zerrissen, aber ihn besorgt.

Und beim Rest musste ich eben… optimieren.

Die Wirtschaft muss sparsam sein, wie die Großen gesagt haben.

Sie goss ihrer Schwägerin Tee nach (ohne Zucker, die Zuckerdose war „zufällig“ auf dem Küchentisch geblieben) und fuhr fort:

— Übrigens, wo wir schon als Familie zusammen sind.

Larissa, erinnerst du dich, du hast gesagt, dass Vitalik handwerklich begabt ist?

Bei uns tropft der Wasserhahn im Bad, und der Klempner von der Hausverwaltung verlangt Geld, als gäbe es kein Morgen.

Soll Vitalik sich das mal ansehen?

Und die Jungs können Kostja helfen, den Balkon auszuräumen, ihm hat es nämlich im Rücken gezogen.

Dann arbeitet ihr sozusagen das exklusive Essen ab.

Pfannkuchen sind heutzutage auch kein billiges Vergnügen mehr — Eier, Milch, Butter…

Es entstand eine klingende Stille.

Vitalik verschluckte sich an einem Stück Charlotte.

Die Neffen drückten sich in ihre Stühle.

Larissa sah auf ihre frisch gemachten Nägel und dann auf Nina.

In Ninas Augen tanzten kleine Teufelchen, obwohl ihr Gesicht vollkommen unbewegt blieb.

— Oh, Nin, — Larissa sprang abrupt auf und blickte auf die Uhr.

— Wir haben ja ganz vergessen!

Wir müssen noch zu Vitaliks Eltern fahren.

Sie warten.

Sofort.

— Ach neeiiin — sagte Nina gespielt enttäuscht.

— Ihr schaut euch nicht einmal den Wasserhahn an?

— Ein andermal!

Unbedingt!

Jungs, aufstehen, Papa, starte den Wagen!

Das Zusammenpacken dauerte genau drei Minuten.

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