„Wollen deine Eltern nach so einem „Geschenk“ etwa obdachlos werden?“ fragte ich meinen Verlobten und hielt dabei einen Umschlag mit fünftausend Rubeln in der Hand.

Artjom wurde blass.

Die Gäste an den Nachbartischen verstummten, und wie zum Hohn verstummte auch die Musik.

 

Seine Mutter, Walentina Sergejewna, erhob sich langsam von ihrem Stuhl und umklammerte ihr Glas so fest, dass ihre Fingerknöchel weiß wurden.

„Was erlaubst du dir eigentlich, Mädchen?“ Ihre Stimme zitterte vor kaum unterdrückter Wut.

Ich wusste, dass jetzt ein Skandal ausbrechen würde.

Ich wusste es und steuerte ganz bewusst darauf zu.

Denn vor drei Stunden hatte ich die Wahrheit erfahren.

Und angefangen hatte alles damit, dass ich zufällig ein Gespräch auf dem Parkplatz mitgehört hatte …

„Mama, wie lange denn noch?“ Artjom stand am Auto, und ich versteckte mich hinter einer Säule, wohin ich vor der Zeremonie aus Nervosität zum Rauchen gegangen war.

„Wir hatten doch etwas abgemacht!“

„Artjomuschka, mein Sohn“, sprach Walentina Sergejewna mit dieser süßlichen Stimme, mit der man sonst hysterische Kinder beruhigt, „warum bist du nur so nervös?“

„Alles wird gut.“

„Papa und ich schenken euch einen Umschlag und halten eine schöne Rede über die Wohnung …“

„Aber die Wohnung wird es nicht geben!“

„Na und?“

„Dann sagt ihr eben später, dass ihr es euch anders überlegt habt, dass ihr lieber selbst sparen wollt.“

„Ihr seid doch tüchtig, selbstständig!“

„Und das Geld … du verstehst doch, dass wir für unser Alter etwas zurücklegen müssen.“

„Wir haben euch mit der Hochzeit doch sowieso schon geholfen.“

„Geholfen?“

„Mascha und ich haben alles selbst bezahlt!“

„Ihr habt nur Gäste von eurer Seite eingeladen!“

„Schrei deine Mutter nicht an!“

„Wir haben dich großgezogen, dir eine Ausbildung ermöglicht.“

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