Aber Daniels Gesicht, grau vor Verlust und Schmerz, zeigte keinerlei Unsicherheit.
Lucy wimmerte, als sie die Flasche beendet hatte. Caleb gab einen sanften, nassen Schluckauf von sich.
Das Klopfen verwandelte sich in ein Pochen. „Öffne auf!“
Anna blieb ganz still.
Das, verstand sie plötzlich, war die erste wirkliche Entscheidung. Nicht der Hinterhof. Nicht, ihn hereinzuziehen.
Diese hier.
Öffne die Tür zu den Männern, die die Welt als sicher bezeichnen würde, oder halte sie geschlossen für den Mann, der blutig und bewaffnet angekommen war und behauptete, die Welt sei auf den Kopf gestellt.
Sie bewegte sich in Richtung Küche.
Daniels Augen schlossen sich, vielleicht in Niederlage, vielleicht vor Schmerz. Aber Anna griff nicht nach dem Riegel. Stattdessen griff sie nach dem Radio neben der Grill-Linie.
Sie drehte die Lautstärke ganz auf.
Alte Motown-Musik erfüllte den hinteren Raum, laut und hell und lächerlich, bedeckte die Babys, atmeten, deckte die Angst zu. Dann rief Anna zur Tür: „Wir sind geschlossen!“
Ein Schlag.
Dann: „Öffne die Tür, Ma’am.“
Anna griff nach einem Kochmesser vom Magnetstreifen, nicht weil sie glaubte, es würde viel helfen, sondern weil leere Hände sich schlimmer anfühlten.
„Wir sind geschlossen“, wiederholte sie. „Und mein Chef ist nicht hier. Komm um sechs zurück.“
Das Pochen hörte auf.
Drei lange Sekunden lang ging nichts.
Dann entfernten sich die Schritte durch den Regen.
Anna hielt den Atem an, bis die Scheinwerfer verschwanden.
Als sie sich umdrehte, beobachtete Daniel sie mit dem Ausdruck eines Mannes, der auf eine Variable stieß, auf die er nicht vorbereitet war.
„Das war dumm“, sagte er.
„Gut. Ich hatte schon Angst, ich würde anfangen, Sinn zu machen.“
Um 2:31 klopfte jemand erneut. Drei kurze Schläge. Zwei lange. Ein kurzer.
Daniel atmete aus. „Mara.“
Anna öffnete die Vorratskammer halb und blickte durch die Küche. Eine Frau stand direkt hinter dem Hintereingang, ließ Regen auf den Boden tropfen, als hätte sie nicht den Hauch einer Sorge.
Sie war vielleicht vierzig, groß, dunkelhäutig, trug einen schieferfarbenen Mantel über Jeans und flachen Stiefeln. Kein Regenschirm. Kein Zögern.
Ihr Haar war straff zu einem strengen Gesicht geflochten, das durch die völlige Abwesenheit von Panik noch beeindruckender wirkte.
Sie sah das Messer in Annas Hand und hob die Brauen. „Das ist entweder beruhigend oder beleidigend.“
Anna senkte es nicht. „Beweise, wer du bist.“
Die Frau griff sehr langsam in ihren Mantel und zog einen silbernen Babyrassel in Mondform heraus.
Daniel gab einen schwachen Laut aus der Vorratskammer von sich. Mara trat sofort an Anna vorbei.
Als sie ihn sah, knackte ihr Gesicht nicht, aber etwas darin wurde kälter als der Regen draußen. Sie hockte sich herunter, beurteilt die Wunde, die Farbe seiner Haut.
„Wie lange?“
„Sechzehn Minuten“, sagte Anna.
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